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Die 10 teuersten Füllfederhalter der Welt

Füllfederhalter gelten gemeinhin als besonders edle Schreibgeräte und so blättert man gerne mal an die 100€ für einen Stift hin. Wer das schon für die gehobene Preisklasse hält, irrt gewaltig. Manche Füllfederhalter wechseln für sechs- oder gar siebenstellige Beträge den Besitzer.

Bei derartigen Summen, sollte man mindestens erwarten können, dass der Stift Giftpfeile oder Laserstrahlen verschießt wie die, die Q für James Bond bastelt. Aber nein, was diese Füller können, ist viel außergewöhnlicher: Sie können – halten Sie sich fest – schreiben!

Teuersten Füller der Welt

Meike Pantel / pixelio.de

Okay, das ist jetzt vielleicht kein besonders schlagkräftiges Argument für derartige Preise. Welche Faktoren machen diese Stifte also so besonders? Sind es die verwendeten Materialien? Das Design? Haben manche Füller einen Sammlerwert? Macht der Hersteller einen Unterschied? Werfen wir doch exemplarisch einmal einen Blick auf die 10 wertvollsten Füllfederhalter der Welt, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Nr. 10. „Crew 60th“ von Tibaldi (0,043 Mio.)

Fangen wir mal mit einem echten Schnäppchen an. Dieser Füller von der italienischen Firma Tibaldi, der in Kooperation mit dem Luxusschlittenhersteller Bentley entstand, kostet nämlich nur mickrige 43.000 US-$.

  • Das heißt im Grunde, dass der Bentley-Stift etwa ein Fünftel von dem kostet, was man für das passende Auto hinblättern müsste. Wäre schön, wenn das für diese Werbekugelschreiber anderer Automobilhersteller auch gelten würde, oder?
  • Das aus 18karätigem Gold gefertigte Gehäuse eines jeden Modells aus der „Crew 60th“-Serie ziert folglich neben dem Tibaldi- auch das Bentley-Logo. All die auf jeweils 80 Exemplare limitierten Designs sollen an die Sportwagen erinnern, erfüllen aber auch das Markenzeichen eines jeden Tibaldi-Füllers:
  • Um dem Auge zu schmeicheln, entspricht das komplette Design in seinen Proportionen dem Goldenen Schnitt – dem Verhältnis 1 : Φ (sprich: „Eins zu Phi“). Φ ≈ 1,618 wird auch als Gotteszahl bezeichnet.

Falls Sie tatsächlich 43000 US-$ in einen Füllfederhalter investieren wollen, können Sie sich alternativ aber auch für „Gaia High Luxury“ oder „Marte Limited Edition“ von Omas entscheiden.

  • „Gaia High Luxury“ widmet sich – wie der Name schon erahnen lässt – der Titanenmutter und Personifizierung der Erde aus der griechischen Mythologie.
  • Der Stift ist aus mit kleinen Kristallen und Smaragden versehenem Weißgold. Aus Rotgold hingegen ist „Marte Limited Edition“ – verziert mit einer Gravur, die eine Karte des Mars darstellt, Rubinen und Diamanten. Dieser Füller zu Ehren des roten Planeten ist auf 30 Exemplare limitiert.

Nr. 9. „Pen of the Year 2012 Diamanten-Edition“ von Graf von Faber-Castell (0,08 Mio.)

Welches Ereignis des Jahres 2012 könnte seinen eigenen Füllfederhalter verdient haben? Weltuntergang? Nah dran, aber leider doch knapp daneben: Queen Elizabeth II. feierte 60jähriges Thronjubiläum.

  • Anlässlich dieses Ereignisses veröffentlichte Graf von Faber-Castell 10 Exemplare dieser aus 18karätigem Gold handgefertigten Kolbenfüllers zu je 80000$.
  • Der Schaft wurde der Maserung Jahrtausende alter Mooreiche nachempfunden. Diese spezielle Struktur kann nur von Hand angefertigt werden, weshalb die zehn Exemplare dieser Edition einander zwar ähnlich sein mögen, aber doch alle Unikate darstellen.
  • Ferner wurde der Füller mit 60 Edelsteinen besetzt: Je ein natürlicher, aus Brasilien stammender Madeira-Citrine mit Sonnenschliff eingerahmt von einem Ring aus Diamanten ziert sowohl die Spitze der Kappe als auch das hintere Schaftende.

Nr. 8. „Boheme Royale“ von Montblanc (0,15 Mio.)

Jetzt betreten wir endlich den sechsstelligen Bereich. 150.000 US-$ kostet dieser aus 18karätigem Weißgold gefertigte Füller aus der Boheme-Kollektion von Montblanc.

  • Viel zu sehen ist von dem Weißgold allerdings nicht, denn Schaft und Kappe sind mit sage und schreibe 1351 Diamanten im Brillantschliff und weiteren 60 im Paramount-Schliff versehen.
  • Zusätzliche 19 Diamanten bilden das Montblanc-Logo.
  • Aber auch bei der ebenfalls aus 750er Gold gefertigten Feder bekommt man das edle Metall nicht zu Gesicht, weil sie mit einem noch selteneren überzogen wurde: Rhodium.

Nr. 7. „La Modernista Diamonds“ von Caran d’ache (0,265 Mio.)

Es soll Meisterjuwelier Robert Perron ganze sechs Monate gekostet haben, diesen von den Werken Antonio Gaudis (1852-1926) inspirierten Füllfederhalter für Caran d’ache anzufertigen.

Warum man bei der Herstellung eines Stifts einen Juwelier benötigt, werden Sie sich nach den vorangegangenen Einträgen wohl nicht mehr fragen, aber schon, warum der Mann sechs Monate gebraucht hat.

  • Vermutlich primär um den aus mit Rhodium beschichtetem Silber bestehenden Stift mit 5072 Wesselton-Diamanten (je 20ct) und 96 Rubinen (je 32ct) zu versehen.
  • Die Feder dieses Stifts besteht im Übrigen wie bei Platz 8 aus mit Rhodium überzogenen Gold.
  • Der stolze Preis dieses einst teuersten Stifts der Welt aus dem Jahre 2001: 265000 US-$. Man muss sich auch mal was gönnen.

Nr. 6. „Mystery Masterpiece“ von Montblanc (0,73 Mio.)

Ob man mit einem Füller, der „Mystery Masterpiece“ heißt, nur Mystery-Romane schreiben kann? Montblanc und Van Cleef & Arpels feierten 2006 ihr Hundertjähriges und zu so einem gewichtigen Anlass braucht man den passenden Füller oder vielmehr drei: je einer mit Akzenten aus Rubinen, Smaragden und Saphiren.

  • Akzente? Ja, so als kleine Farbnote zwischen den 840 Diamanten, die sich im von Van Cleef & Arples patentierten Mystery-Verfahren in verspielt, verschnörkelten Reihen lückenlos um den aus Weißgold gefertigten Stift winden.
  • Was das Besondere am Mystery-Verfahren ist? Was glauben Sie eigentlich, warum das Mystery-Verfahren heißt? Es ist ein Geheimnis. Niemand weiß, wie es denen von Van Cleef & Arples gelingt, die Steine so in die Vertiefungen im Metall zu versenken, dass sie halten, ohne seitlich eingefasst zu sein.
  • Wie bei jedem echten Mystery-Meisterwerk kommt der eigentlich Schock zum Schluss und zwar in Gestalt des Preises: 730.000 US-$. Und das war erst Platz 6…

Nr. 5. „Heaven Gold Pen“ von Anita Tan (1 Mio.)

Die bisher vorgestellten Füllfederhalter waren tendenziell alle so etwas wie das Gegenstück zum Diamantcollier der Damen für die Herren von Welt. Der „Heaven Gold Pen“ ist aber nun endlich mal ein Stift für die Damen und auch designt von einer Dame.

Vielen wäre die Frauenquote unter den Superreichen zwar sicherlich in anderen Bereichen lieber als bei Füllern, aber vielleicht ist dieser aus Pink Gold gefertigte Stift auch so etwas wie die Eintrittskarte für die Damen in die Aufsichtsräte dieser Welt. Die Feder ist schließlich mächtiger als das Schwert.

  • Wenn Sie sich nun fragen, was genau Pink Gold ist, machen wir mal einen kurzen Exkurs in die Welt der Farbgoldlegierungen: Die beiden häufigsten Goldlegierungen sind Rotgold und Weißgold. Weißgold (oder seltener auch Graugold) ist ein Sammelbegriff für alle Legierungen von Gold mit silbrigen Metallen wie Palladium, Nickel oder eben Silber.
  • Rotgold hingegen ist zunächst einmal ein Sammelbegriff für Legierungen aus Gold, Kupfer und ggf. Silber. Das bereits häufiger erwähnte 18karätige Rotgold etwa hat einen Goldanteil von 75% und einen Kupferanteil von 25%.
  • Rósegold, landläufig auch „Russengold“ genannt, hat bei 18 Karat einen Kupferanteil von nur noch 22,5%, einen Silberanteil von 2,5% und folglich einen Goldanteil von 75%. Bei Pink Gold liegen der Silberanteil dann schon bei 5% und der Kupferanteil bei nur noch 20%.

Aber es ist nicht die Farbe allein, die diesem Füller eine feminine Note verleiht: 161 Diamanten im Brillantschliff und 43ct Tsavorit (ein Zweimilliarden Jahre alter Granat von intensiver grüner oder blauer Farbe) sind auf der Kappenspitze und dem Clip zu Ornamenten angeordnet: Kreis, Karo, Herz und Blume.

Obgleich dieser Füllfederhalter im Vergleich zu unseren vorigen Einträgen eher sparsam mit den Edelsteinen umgeht, bringt er es auf einen stolzen Preis von 1.000.000 US-$.

Nr. 4. „1010 Diamonds Limited Edition Fountain Pen“ von Caran d’Ache (1,3 Mio.)

Fangen wir mit der „großen Enttäuschung“ an: Der Name dieses Füllfederhalters täuscht. 1010 Diamanten? Nicht ganz, in Wahrheit sind es lediglich 850. Allerdings hat dieser Füller der in Genf beheimateten Schweizer Manufaktur Caran d’Ache ein Design, bei dem mehr Diamanten vermutlich seinen besonderen Reiz zerstört hätten.

Dieser Stift ist wie gemacht für einen Uhrmacher oder Zeitreisenden. Sollte der Doctor also je seinen Schallschraubenzieher gegen einen Füllfederhalter tauschen wollen und gerade um die 1.300.000 US-$ erübrigen können, so wäre dies der richtige Stift für ihn:

  • Der Schaft soll mit seinem Muster aus Zahnrädern an ein Uhrwerk erinnern. Denn Uhrwerke sind bekanntermaßen noch vor Taschenmessern und Käse der Exportschlager der Schweiz und so soll der aus 18karätigem Gold gefertigte und mit Rhodium überzogene Füller der stolzen Uhrmachertradition ein Denkmal setzen.
  • Weitere Details neben dem Uhrwerkdesign auf dem Schaft bilden ein kleines Zahnrad auf der Feder, der wie ein Uhrzeiger geformte Clip und der Ring zwischen Schaft und Griff, der aus parallelen Reihen von Diamanten im Ceylon-Schliff besteht.
  • Nach je 90° werden die weißen Diamanten von einer Reihe schwarzer unterbrochen – also je auf 12, 3, 6 und 9 Uhr.

Aber warum denn jetzt 1010? Gemeint ist nicht die Anzahl der Diamanten, sondern die Uhrzeit 10:10 Uhr, bei der nicht nur Minuten und Stunden einander entsprechen, sondern die beiden Zeiger der Uhr auch in Symmetrie zueinander stehen.

Nr. 3. Aurora „Diamante Fountain Pen“ (1,47 Mio.)

Die italienische Firma Aurora stellt seit 1919 Stifte her und gilt gemeinhin als die Marke schlechthin, wenn es um luxuriöse bis extravagante Schreibutensilien geht.

  • Die fast 2000 De Beers Diamanten (De Beers ist für Diamanten, was Aurora für Füller ist) auf dem Füllfederhalter wiegen zusammen über 30ct – mehr als auf jedem anderen Füller. Befestigt sind die Edelsteine auf einem Schaft und einer Kappe aus massivem Platin.
  • Doch der wirklich besondere Clou ist die Schreibfeder. Dass sie aus Gold und Rhodium besteht, ist für Füller dieser Preisklasse nichts außergewöhnliches, das Design der Feder selbst hingegen schon, denn das wird bei jedem Stift individuell nach den Wünschen des Kunden gestaltet und graviert.
  • So können Initialen, Familienwappen und sogar Portraits eingraviert werden. Deshalb verlässt jedes Jahr nur genau ein „Diamante Fountain Pen“ die Stiftschmiede Aurora und jeder einzelne ist ein Unikat.

Der stolze Preis: 1.470.000 US-$. Geht es noch teurer? Klar doch! Kommen wir also zu Platz Nummer 2.

Nr. 2. „Monte Celio“ von Montblanc (2,74 Mio.)

Mal wieder sieht man vor lauter Edelsteinen den Stift nicht mehr: 1500 Diamanten und rosafarbene Saphire von zusammen über 20ct und als besonderes Highlight ein über 11ct schwerer, mit 53 Facetten geschliffener Diamant höchster Reinheitsstufe an der Spitze der Kappe.

  • Acht Jahre benötigten die Juweliere und Goldschmiede, die nur einen Teil der insgesamt 800 Handwerker, die an der Herstellung des Stifts beteiligt waren, ausmachen, um all die kleinen und den einen großen Stein auf dem aus 18karätigem Champagnergold gefertigten Füllfederhalter zu platzieren.
  • Warum genau man bei Montblanc (benannt nach dem höchsten Berg der EU) nun auf Idee kam, ihren damaligen Rekordhalter als teuersten Stift der Welt nach einem der sieben Hügel Roms zu benennen, wird wohl bis auf weiteres geheim bleiben.

Alles andere als geheim ist das Sümmchen, was man für diesen Stift hinlegen müsste: 2.740.000 US-$.

Nr. 1. „Fulgor Nocturnus“ aus dem Hause Tibaldi (8 Mio.)

Der bis dato teuerste Füller der Welt, „Fulgor Nocturnus“ (lat.: „nächtlicher Glanz“) von Tibaldi, wechselte 2010 bei einer Auktion in Shanghai den Besitzer für etwa acht Millionen US-Dollar.

  • Dass es sich um ein Unikat handelt, dürfte ein Grund für den stolzen Preis sein, obgleich man sich fragen könnte, ob man auf diesem Planeten überhaupt zwei Menschen finden könnte, die 8.000.000 US-$ für einen Füller bezahlen.
  • Dann wäre da natürlich das Design: Elegantes, glänzendes Schwarz und Silber mit einem schmalen, roten Streifen als Akzent und die für Tibaldi typischen dem Goldenen Schnitt folgenden Proportionen des Füllfederhalters.
  • Wirklich wertvoll machen den Stift aber die zur Herstellung verwendeten Materialien: Der Füller besteht aus 18karätigem Gold, das mit Ruthenium (schwarz) und Platin (silbern) überzogen wurde.
  • Nicht selten werden Schmuckstücke und andere Luxusobjekte vergoldet, um sie edler und wertvoller wirken zu lassen, doch in diesem Fall hat man einen aus Gold gefertigten Füllfederhalter mit zwei noch viel selteneren Metallen überzogen.

Sie glauben, damit wäre der Materialwert noch nicht hoch genug. Stimmt! Es gibt da ein winziges oder vielmehr sehr viele winzig kleine Details bezüglich des Designs, die wir bislang nicht erwähnt haben: 945 schwarze Diamanten und 123 Rubine (bedauerlicherweise beides keine Zahlen der Fibonacci-Folge), mit denen Schaft und Kappe besetzt sind.

Fazit

Sie sehen es gibt wahrlich keine Grenze nach oben, was den Preis für Luxusfüller anbelangt. Außer man sieht einen beinahe zweistelligen Millionenbetrag als Grenze an. Für jene Summen könnten ebenfalls Luxuswagen oder Villen erworben werden. Käufer solcher Objekte geht es aber vermutlich längst nicht mehr um Gegenstände, die erworben werden. Sondern eher um die Exklusivität, die damit gekauft wird.

Video (nicht alle Modelle aufgeführt)

Die Materialwerte der Füllfederhalter sind sicherlich schon sehr hoch und erreichen beinahe schon einen Millionenbetrag im Einkauf. Ob das sein muss oder die Veredelung einen solch hohen Preis rechtfertigen, das muss jeder für sich entscheiden.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert haben. Jedoch lassen sich nicht immer alle Angaben auf Richtigkeit überprüfen. Zudem können wir nicht ausschließen, dass unter der Hand bereits noch höherer Preise für Füller gezahlt wurde. Stand: April/ 2016

Quellen:

Hinweis: Einige Verkaufspreise wurden von Euro in Dollar umgerechnet (Kurs 30.04.2016: 1 EUR = 1.14469 USD)

Nr. 1:  https://financesonline.com

Nr. 2:  http://www.bunte.de

Nr. 3:  http://luxurylaunches.com

Nr. 4:  http://www.therichest.com

Nr. 5:  http://www.luxpresso.com

Nr. 6:  http://www.focus.de

Nr. 7:  http://www.gistmania.com

Nr. 8:  http://www.glamour.de

Nr. 9:  http://luxus.welt.de

Nr. 10: http://www.handelsblatt.com

 


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Kommentare


Statussymbole im Büro – Das Viking Blog 30. Januar 2017 um 9:31

[…] anders, denn der teuerste Stift der Welt kostet ganze 8 Millionen Dollar. Der Füller mit dem Namen Fulgor Nocturnus, was aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie Nächtlicher Glanz bedeutet, ist ein Unikat. Das […]

Antworten

Die Straussbar – Florale Konzepte Blumendekoration Schwarz-Weiß – schwarze Blumen und Blüten 3. Februar 2017 um 12:09

[…] der zweitteuerste Füllfederhalter der Welt sein, besetzt mit 1.500 Diamanten und Saphiren. Man sagt, dass rund 800 Handwerker und Juweliere an dessen Herstellung […]

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